Der Recruiting-Funnel beschreibt den Auswahlprozess als Trichter – von vielen Kontakten und Bewerbungen über mehrere Stufen bis zur einen Einstellung. Die Konversionsraten zwischen den Stufen zeigen, wo Kandidat:innen verloren gehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Typische Stufen: Ansprache/Bewerbung, Screening, Gespräch(e), Angebot, Einstellung.
- Konversionsrate = Anteil der Kandidat:innen, der von einer Stufe in die nächste gelangt.
- Eine auffällig niedrige Konversion markiert den Engpass im Prozess.
- Der Funnel ist die Grundlage, um Time-to-Hire und Cost-per-Hire gezielt zu verbessern.
Wie sieht ein Recruiting-Funnel aus?
Der Recruiting-Funnel (Bewerbungstrichter) bildet den Weg vom ersten Kontakt bis zur Einstellung als mehrstufigen Trichter ab. Oben ist die Menge am größten (viele Angesprochene oder Bewerbungen), nach unten wird sie mit jeder Stufe kleiner, bis am Ende eine Person eingestellt wird.
Ansprache / Bewerbung
Kandidat:innen werden über Inserat, Karriereseite oder Active Sourcing erreicht und bewerben sich oder reagieren.
Screening
Erste Sichtung der Unterlagen und ein kurzer Abgleich mit den Muss-Kriterien der Stelle.
Gespräch(e)
Ein oder mehrere Interviews, gegebenenfalls mit Fachaufgabe oder Assessment.
Angebot
Konkretes Angebot inklusive Gehalt; Verhandlung über die Überzahlung.
Einstellung
Zusage und Vertragsunterschrift; Übergang ins Onboarding.
Was verraten die Konversionsraten?
Zwischen zwei Stufen lässt sich die Konversionsrate berechnen: Wie viel Prozent der Kandidat:innen kommen weiter? Bricht der Wert an einer bestimmten Stufe ein, liegt dort das Problem. Fällt zum Beispiel zwischen Angebot und Einstellung viel weg, sind die Angebote womöglich nicht wettbewerbsfähig oder es dauert zu lange bis zur Zusage.
- Wenige Bewerbungen oben: Ansprache oder Inserat erreichen die Zielgruppe nicht (Fachkräftemangel, unklare Anzeige).
- Starker Verlust beim Screening: Anforderungen und Ansprache passen nicht zusammen.
- Absprünge nach dem Gespräch: langsame Rückmeldung oder schwache Candidate Experience.
- Abgelehnte Angebote: Gehalt, Konditionen oder Time-to-Hire nicht konkurrenzfähig.
Warum der Funnel die Kennzahlen verbindet
Ein Modell, mehrere Kennzahlen
Der Funnel liefert die Datengrundlage für Time-to-Hire (wo geht Zeit verloren?) und Cost-per-Hire (welcher Kanal bringt gebliebene Einstellungen?). Wer den Trichter misst, kann gezielt statt nach Gefühl optimieren.
Häufige Fragen
- Wie viele Kandidat:innen braucht es oben im Funnel für eine Einstellung?
- Das hängt von Rolle und Marktlage ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Wichtiger als ein fixer Faktor ist, die eigenen Konversionsraten zu kennen und im Zeitverlauf zu beobachten.
- Ist der Recruiting-Funnel dasselbe wie die Candidate Journey?
- Nein. Der Funnel ist die Innensicht des Unternehmens auf Mengen und Stufen. Die Candidate Journey ist die Außensicht der Bewerber:innen auf ihr Erlebnis. Beide beschreiben denselben Prozess aus unterschiedlicher Perspektive.