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Kennzahlen & Prozess

Time-to-Hire

Auch: Time to Hire · Besetzungszeit

Time-to-Hire misst die Zeit von der ersten Kontaktaufnahme mit einer Kandidat:in bis zur Vertragsunterschrift. Sie zeigt die Effizienz des Auswahlprozesses; die verwandte Kennzahl Time-to-Fill misst ab Freigabe der Vakanz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Time-to-Hire zählt ab dem Erstkontakt mit der später eingestellten Person bis zur Zusage/Unterschrift.
  • Time-to-Fill zählt ab Freigabe der offenen Stelle bis zur Besetzung – die beiden Kennzahlen sind nicht identisch.
  • Lange Besetzungszeiten kosten doppelt: unbesetzte Stelle plus Absprünge an schnellere Wettbewerber.
  • Ein zügiger, klarer Prozess ist bei Fachkräftemangel selbst ein Wettbewerbsvorteil.

Was misst Time-to-Hire?

Time-to-Hire ist die Anzahl der Tage zwischen dem ersten Kontakt mit einer Kandidat:in und dem Moment, in dem sie das Angebot annimmt (oder unterschreibt). Die Kennzahl bewertet, wie schnell und reibungslos ein Unternehmen von einem interessanten Profil zur Zusage kommt. Sie ist ein direkter Indikator für die Qualität des Auswahlprozesses und der Candidate Experience.

Time-to-Hire oder Time-to-Fill?

Die beiden Begriffe werden oft verwechselt, messen aber Unterschiedliches. Time-to-Fill misst aus Sicht der offenen Stelle, Time-to-Hire aus Sicht der eingestellten Person.

Time-to-Fill

Zeitraum von der Freigabe der Vakanz bis zu ihrer Besetzung. Enthält auch die Zeit, bis überhaupt passende Kandidat:innen im Prozess sind.

Time-to-Hire

Zeitraum vom Erstkontakt mit der später eingestellten Person bis zu deren Zusage. Bewertet die Geschwindigkeit des Auswahlprozesses selbst.

Wie lässt sich Time-to-Hire senken?

  1. Engpässe im Funnel finden

    Über den Recruiting-Funnel sichtbar machen, an welcher Stufe am meisten Zeit verloren geht (oft: Terminfindung fürs Gespräch, späte Rückmeldung).

  2. Feste Reaktionszeiten vereinbaren

    Klare Service-Versprechen im Team, etwa Rückmeldung innerhalb von fünf Werktagen, statt informeller Abläufe.

  3. Entscheidungswege straffen

    Weniger Gesprächsrunden, klare Verantwortlichkeit für die Zusage, strukturierte Bewertung statt endloser Abstimmungsschleifen.

  4. Vorqualifizierung nutzen

    Active Sourcing und ein gepflegter Talent-Pool verkürzen die Suche, weil passende Menschen schneller im Prozess sind.

Schnell ja, überstürzt nein

Time-to-Hire ist nur im Zusammenspiel mit Qualität und Retention aussagekräftig. Ein Rekord bei der Geschwindigkeit nützt wenig, wenn die Besetzung nach kurzer Zeit wieder kündigt.

Häufige Fragen

Was ist ein guter Wert für Time-to-Hire?
Es gibt keinen allgemeingültigen Zielwert – er hängt stark von Branche, Senioritätslevel und Marktlage ab. Sinnvoller als ein Benchmark ist der Vergleich mit dem eigenen Verlauf und den Wettbewerbern um dieselben Kandidat:innen.
Warum ist eine kurze Time-to-Hire so wichtig?
Gute Kandidat:innen sind schnell wieder vom Markt. Wer zu lange braucht, verliert sie an schnellere Arbeitgeber und trägt zusätzlich die Kosten der unbesetzten Stelle. Tempo ist deshalb ein echter Wettbewerbsfaktor.